Auf zu neuen Ufern – Kolding (Dänemark) ein Erlebnis.

Auf zu neuen Ufern – Kolding (Dänemark) ein Erlebnis.

von Willi Fröhlich

Bis einschließlich 2016 war Ungarn das Ziel der Abschlussfahrt der Handballjugend. Nachdem dort nichts mehr stattfindet, hat der Aktivposten im TSV, Elvira Stein, Dänemark als neues Reiseziel entdeckt.

 

Der Kolding Cup ist eine Mammutveranstaltung. 218 Teams hatten 2.650 Spieler und Betreuer angemeldet. Die JSG Odenwald war mit 3 Teams – weibliche und männliche Jugend B sowie männliche Jugend C – vertreten.

 

Am Donnerstag, 18.04. um 22:30 Uhr ging es mit dem Bus los und schnell wurde klar, dass hier partywillige Jugendliche und schlafbedürftige Betreuer ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen mussten. Natürlich wurde dies sportlich fair gelöst, so dass man am Freitag nach einem kulturellen Zwischenstopp in Flensburg einigermaßen entspannt in Kolding ankam und einchecken konnte. Die Jugendlichen und ihre Trainer bezogen in 20 Km Entfernung ihr Quartier in einer Schule, während die mitgereisten Fans die karge Einfachheit des Kolding Sportels genossen.

 

Am Samstag begann dann das Turnier und hier machten die drei Teams ganz unterschiedliche Erfahrungen. Unter Berücksichtigung der Lehren, die man aus den Ungarnfahrten zog, hatten alle drei für die „normale“ Leistungsklasse gemeldet, was einem das Aufeinandertreffen mit Championsleague-Nachwuchs und ähnlichen Hochkarätern ersparte. Aber bei den Gruppengegnern handelte es sich auch nicht gerade um Laufkundschaft.

Die Turnierausschreibung erfolgte nach den Regeln des IHF ohne Beschränkungen, so dass – wie international üblich – Harzen erlaubt war.

Damit kamen die Teams unterschiedlich gut zurecht. Während bei der vor Spielfreude sprühenden C-Jugend die Laune noch stieg, weil man unter diesen Bedingungen endlich einmal die Kunststückchen der Bundesligaprofis nachmachen konnte, löste dies bei den Mädels eher eine Blockade aus, die dazu führte, dass trotz eines beachtenswerten 5. Platzes deutlich mehr drin gewesen wäre.

 

Die mittlere Platzierung der männlichen B-Jugend war jedoch eher einigen Unkonzentriertheiten geschuldet als dem Harz. Auch für sie wäre der eine oder andere Erfolg mehr durchaus möglich gewesen.

 

Die C-Jugend gewann am Samstag alle drei Gruppenspiele und sorgte dafür, dass für abendliche internationale Diskoparty die Laune bestens war. Danke an die Betreuer und Jungmanager Karsten Ripper, dass sie sich diesem erheblichen Tinitusrisiko ausgesetzt haben.

 

Die Trainer und Reiseleiterin Elvira Stein überbrachten bei der parallel stattfindenden Veranstaltung der Offiziellen ein typisch Odenwälder Gastgeschenk.

 

Während die B-Jugenden am Sonntag ihre Spiele mit wechselndem Erfolg fortsetzten, ging die C-Jugend das Unternehmen Turniersieg voller Elan an. Allerdings sah man sich im letzten Gruppenspiel zu früh als der sichere Sieger und musste letztlich bis zum Schluss um den erforderlichen letzten Punkt bangen. Nichts für schwache Nerven. Aber die Jungs holten sich den Gruppensieg.

 

Im Halbfinale traf man auf eine mit Ergänzungsspielern aufgepeppte Dänentruppe, denen phasenweise auch noch die Schiedsrichter hilfreich zur Seite standen. Kompliment, mit welcher Coolness die Jungs das Ding gewuppt haben. In zweifacher Unterzahl erzielten sie drei Tore und brachen damit den gegnerischen Widerstand.

 

Im Finale führten die Odenwälder bis 2 Minuten vor Schluss teilweise sogar komfortabel. Dann aber wurden sie Opfer einiger kleiner Nachlässigkeiten und lagen sogar mit einem Tor zurück. Beim Stand von 13:13 parierte der überragende Luke Deblitz einen freien Wurf von Rechtsaußen und Sekunden vor Schluss hämmerte Laurens Kath den Siegtreffer in die Maschen.

 

Der Turniersieg wurde natürlich von allen Teams, Betreuern und Fans gebührend gefeiert.

 

Auf der Heimfahrt zeigte sich einmal mehr, wie harmonisch diese drei Teams miteinander umgehen. Trotz der 13 stündigen Fahrt waren sie stets bester Laune.

 

Danke an Busfahrer Thomas Orth und alle Sponsoren, die ermöglicht haben, die Fahrt für die Jugendlichen zu einem erschwinglichen Preis anzubieten.

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